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Schnellere Zugänge in die Psychotherapie ab 1. April 2017?

 

Seit 1. April  2017 sind neue Psychotherapierichtlinien in Kraft gesetzt, welche den Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung beschleunigen sollen.

 

Patientenvertreter und Krankenkassen hatten im Vorfeld darauf gedrängt, dass Psychotherapeuten besser und schneller als bisher erreichbar  sein sollten. Deshalb müssen Psychotherapeuten mit vollem Kassensitz künftig 200 Minuten  pro Woche persönlich oder über Kollegen/Angestellte telefonisch zur Vereinbarung eines Erstgesprächs   erreichbar sein und mindestens 100 Minuten für Erstgespräche im Rahmen einer neugeschaffenen psychotherapeutischen Sprechstunde  anbieten.

 

 Diese neuen Leistungen bieten auch  wir in unserer Praxisgemeinschaft an.

 

Wir befürchten nur, dass dies die Zahl der therapeutischen Behandlungsplätze nicht wirklich erhöht und den Zugang dahin nicht wirklich beschleunigt. Denn die Auflagen erzwingen zulasten von bis zu  6 Psychotherapiewochenstunden pro Therapeut  eine Ausdehnung des Erstkontaktangebots –das Problem limitierter Behandlungsplätze wird damit nicht gelöst. eher noch verschärft-

 

Und die für die Vergabe von Erstsprechstunden zuständigen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen  (in Berlin montags bis freitags unter 030 31003 383 erreichbar) führen weiterhin keine dynamischen Datenbanken, aus welchen Hinweise auf absehbar freiwerdende Therapieplätze zu erhalten wären.

 

Den therapiesuchenden Patienten bleibt weiterhin nichts anderes übrig, als (nach der nun vor einer Therapieaufnahme für sie obligaten Inanspruchnahme einer Sprechstunde zur Klärung des Behandlungsbedarfes) sich durch die Adressenlisten durchzutelefonieren. und sich auf Wartelisten mit mehrmonatigen Wartezeiten setzen zu lassen.

 

Die neu eingerichteten Sprechstunden sind dafür gedacht, den Behandlungsbedarf der ratsuchenden Patienten zu sondieren und ihnen beim Finden eines passenden Hilfeangebotes behilflich zu sein.

 

Die Planer der Psychotherapierichtlinien gingen davon aus, dass nicht alle Ratsuchenden wirklich eine antragspflichtige Richtlinienpsychotherapie brauchen, sondern auch auf andere Angebote verwiesen werden könnten (wie Selbsthilfegruppen, spezialisierte Beratungsstellen u.ä.).

 

Dies entspricht nicht unseren Erfahrungen. Menschen, die bei uns anriefen, hatten in der Regel schon sehr klare Vorstellungen, dass sie eine Psychotherapie machen wollen, die Indikation zur Psychotherapie war in der Regel gegeben. – nur der zeitnahe Therapieplatz nicht.

 

Außerdem wurde mit den neuen Richtlinien die Möglichkeit einer kurzfristig wahrzunehmenden und zeitlich begrenzten Akutbehandlung durch Psychotherapeuten geschaffen, um im Krisenfall erste Hilfe leisten zu können.

 

Die Hoffnung ist, dass manches längerfristige Therapieanliegen sich im Zuge einer solchen Akutbehandlung überflüssig wird, oder dass wenigstens die Wartezeit bis zur Aufnahme einer Psychotherapie auf diese Art abgefedert und überbrückt werden kann. Es wird sehr von der Ausfinanzierung dieses Angebotes abhängen, ob Psychotherapeuten diesen Baustein (dann aber wieder zulasten der eigentlichen Psychotherapiezeiten) anbieten werden.

 

Aber warum kommt es überhaupt zu den langen Wartezeiten?

 

Dies liegt daran, dass Psychotherapie eine intensive und zeitaufwändige Behandlungsform ist, die sich hierin von anderen ärztlichen Behandlungen unterscheidet.  Psychotherapeuten behandeln  vglw. wenige Patienten (12-36 pro Woche jeweils 50 Minuten lang) über einen längeren Zeitraum (6-24 Monate). Somit entstehen beim einzelnen Psychotherapeuten (so auch bei mir)  relativ selten freie Behandlungsplätze (im Sinne eines dauerhaft vereinbarten Behandlungstermins pro Woche).

 

Allerdings gibt es zumindest in Berlin eine große Anzahl an psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten.  Wer sich nicht entmutigen lässt und einen halben Tag lang herumtelefoniert, findet in der Regel dann doch einen freien Behandlungsplatz, wie ich immer wieder erfahre, wenn ich mir in der Vergangenheit  mit dem Rückruf „zu lange Zeit“ (2-3 Tage)  gelassen habe.

 

Für dringend ratsuchende Patienten ist dies ein sicher unbefriedigender Zustand, aber es gibt derzeit keine funktionierende Vermittlungsstelle, die mit Hilfe von gut gepflegten dynamischen Datenbanken therapiesuchende Patienten zielgerichtet einen freien  Behandlungsplatz (nicht nur Sprechstundenplatz!) zuweisen könnte. Die oben erwähnten Terminsservicestellen helfen nur bei der Vermittlung von Erstsprechstunden und Akutbehandlung. Immerhin ein erster Schritt.

 

Weitere Auskunftsmöglichkeiten sind:

das Servicetelefon der Berliner Psychotherapeutenkammer  (Tel. 8871 4020 Di 14-17 Uhr und Do 10-13 Uhr).

Andere Dienste bieten nur Adresslisten von Therapeuten, www.kvberlin.de/60arztsuche/schnellsuchep.html  oder detaillierter: https://www.kvberlin.de/60arztsuche/esuchep.php

oder den Psychotherapieinformationsdienst des Berufsverbandes Deutscher Psychologen unter www.psychotherapiesuche.de oder Tel.: 030 / 2 09 16 63 30

Menschen in akuten Krisen können sich zudem an das niedrigschwellige Angebot des Landeskrisendienstes Berlin wenden: www.berliner-krisendienst.de oder telefonisch unter 390 63 -60 (Standort Südwest).



 



Hier finden Sie mich:

Dipl. Psych. Andreas Koch

Psychologischer  Psychotherapeut
Albestr. 34 HH
12159 Berlin-Friedenau

Telefon: +49 30 8591747

(Anfahrtsbeschreibung unter Seite "Kontakt")

Sprechzeiten

Für Terminvereinbarungen zu Erstgesprächen im Rahmen der  neugeschaffenen psychotherapeutischen Sprechstunden biete ich ab 1. April 2017 unter obiger Telefonnummer folgende telefonische Zeiten an, in denen ich persönlich erreichbar bin:

Montags:  20:00-20:25

Dienstags 18:00-18:50

Mittwochs: 12:30-12:55

Mittwochs-16:40-17:30

Donnerstags: 14:30-14:55

Freitags: 17:00-17:25

Außerhalb dieser Zeiten bin ich auch weiterhin über Anrufbeantworter erreichbar.

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